Dienstag, 1. Juli 2008

Der neue Patch ist da!!

Unglaublich aber wahr! Nachdem ich bereits mehrere Male die Hoffnung komplett aufgegeben hatte, ist endlich der Patch veröffentlicht worden. Nachdem der Patch auch während des WWI nicht erschien, glaubte wohl niemand mehr daran, dass er überhaupt noch veröffentlicht würde, doch für einmal hat uns Blizzard Lügen gestraft. Als ich Ende letzten Jahres diesen Blog gestartet hatte, lautete die erste Umfrage, wann ihr glaubt, dass der Patch erscheinen würde. Schauen wir uns kurz das Ergebnis an.

  • Bitte schon im Januar
    165 Stimmen (55%)
  • Hoffentlich zwischen Februar und März
    58 Stimmen (19%)
  • Nicht vor dem Sommer
    18 Stimmen (6%)
  • Bevor Warcraft 3 einen Patch kriegt, kommt SC 2 raus
    59 Stimmen (19%)

Gerade mal 6% haben getippt. Einerseits ist es natürlich schön, dass der Patch vor SC2 erschienen ist - viel hätte ja nicht gefehlt, wenn man der Ankündigung auf 8. Dez. 2008 glauben schenkt - andererseits haben doch 74 damit gerechnet, ein paar Monate früher den neuen Patch spielen zu dürfen, und zwar nicht nur auf dem Beta-Server...

Dann wollen wir mal einen Blick auf den Changelog werfen.


Changelog Patch 1.22

Neue Features


- Features- Im Optionsmenü gibt es jetzt die Option Wiederholungen automatisch zu speichern. Wiederholungen werden automatisch im "replay"-Ordner gespeichert.

-> Meiner Meinung nach ein sehr nützliches Feature für jeden, der irgendwie am eSport interessiert ist. Nie mehr PP's mehr, weil man vergass die Replays zu speichern.

- Das Spiel wird nun automatisch bei einem möglichen Verbindungsabbruchs gespeichert. Diese gespeicherten Spiele werden im "save"-Ordner abgelegt.

-> Nett für Ligaspieler

- Die Spielerfarbenauswahl kann nun durch die Anzahl der Spieler im Spiel beschränkt werden, indem man die entsprechende Option im "Erweiterte Optionen"-Bildschirm bei der Spielerstellung aktiviert.

-> Auch hier kann man sich über den Nutzen der Funktion streiten, wobei ich (bzw. die Turnierorganisation) auch schon das Problem hatte, dass ein - nicht ganz so reifer - Spieler sich permanent weigerte, die vorgegebene Farbe zu wählen, weil diese nicht seiner Lieblingsfarbe entsprach

- Es wurde eine Option zur permanenten Anzeige des Gesundheitsbalkens von Einheiten und Gebäuden hinzugefügt.

-> Dies wiederum ist eine äusserst nützliche Funktion, für alle, die - wie ich - zu faul waren dieses Programm runterzuladen, das die Balken permanent anzeigt.

- Das Anzeigen von Minikartensignalen anderer Spieler und Beobachter kann nun mit dem Chatbefehl /showminimapsignals bzw. /hideminimapsignals aktiviert bzw. deaktiviert werden.

-> Nützlich bei nervigen Obs / RT-Allies :)

- Ein neuer Ingame-Cheat wurde hinzugefügt (maxfps), um die maximale Framerate auf die angegebene Zahl zu begrenzen. Beispiel: "maxfps 30" setzt die maximale Framerate auf 30 FPS.

-> Nice to Have, aber die meisten User wissen wahrscheinlich nicht, was sie damit anfangen sollen...

Änderungen an der Balance

Menschen
- Die Reparaturrate des Kontrollturms wurde von 12 auf 20 geändert.

-> Dadurch werden Türme um 40% langsamer repariert. Ob das wirklich bereits die gewünschten Änderungen in den Matchups Hu vs Ud und Hu vs Ne bringt, ist zu bezweifeln...

- Gesteigerter Ritterschaden: Die Abklingzeit des Angriffs wurde von 1.50 auf 1.40 geändert und der Basisschaden von 25 auf 28 gehoben (Durchschnittlicher Schaden ist jetzt 34).

-> Zweifellos eine sehr starker Buff. Die Angriffsgeschwindigkeit wurde um 6.66% und der Schaden um 12% erhöht, wodurch der Damageoutput um fast 20% steigt.

Untote
- Basisrüstung der Ziggurat wurde von 1 auf 5 gehoben

-> Nachdem Blizzard die Rüstung vor langer Zeit von 5 auf 1 gesenkt hatte, wurde sie endlich wieder auf 5 angehoben. Wer eine Base-Killer Strategie spielt wird sich aber davon auch nicht aufhalten lassen...

- Die Bauzeit der Nekropole von 120 auf 100 reduziert.
-> Auch dies ist kein besonders starker Buff, aber doch sehr schön zu haben.

Nachtelfen
- Die Vergiftungsdauer der Giftkugel wurde von 10 Sekunden auf 8 Sekunden reduziert.
-> Kein allzustarker Nerf, der Damageoutput der Kugel wurde um ein bisschen weniger als 20% gesenkt.

- Die von Dryaden gewonnene Erfahrung wurde von Stufe 2 (40 EP) auf Stufe 3 (60 EP) gesteigert.
-> Dies ist zweifelsohne ein sehr starker Nerf für die Dryaden, was diese aber auch bitter nötig gehabt haben. Schliesslich gibt auch ein Ghoul 40 EP...

Orcs
Wer auf ein Buff der Burrows oder einen Nerf des BM's gehofft hatte, wird gleichermassen enttäuscht.

Behobene Fehler

- Die Abklingzeit von uneingeschränkt nutzbaren Gegenständen (Beispiel: Krummstab der Bewahrung) wird nun fortgeführt, wenn der Gegenstand abgelegt oder weitergegeben wird.
-> Obwohl es sich nur um einen Bugfix handelt, ist die eine der grössten Änderungen an der Balance und betrifft vor allem die Elfen und Menschen.

- Es wurde ein Exploit der Abklingzeit von Heiltränken behoben.
-> Ich wusste nicht, dass es hier einen Fehler gab, aber natürlich auch schön, dass er behoben ist :)

- Wenn Gruftbestien eingegraben werden, schaltet sich deren automatisches Wirken nicht mehr ab.
-> Endlich...

- Es wurde ein Exploit behoben, bei dem Gegenstände die Abklingzeit verlieren, wenn sie zwischen Helden weitergegeben werden.
-> Für mich dasselbe wie beim ersten Punkt, aber die Änderung ist so gross, dass man sie auch zweimal hinschreiben kann ;o).

- Ein für DotA spezifisches Problem mit Soundeffekten bei Intel-Macs wurde behoben
-> mkay...

- Ein Problem für Sound-Falloff bei Intel-Macs wurde behoben. Geräusche aus der Entfernung sollten nun weiterhin hörbar sein.
-> Jetzt kann auch mir Gedanken dazu machen, einen Mac zu kaufen...

Mappool
- Verschollener Tempel (RoC)

+ Verstecktes Tal
+ Strasse nach Stratholme
+ Zentaurenhain
+ Tal der Schmelze
+ Gezeiten-Lichtung
+ Verschollener Tempel (TFT)

Und zu guter Letzt wurde der leidige, der unfairste, der Lost Temple nach 5 Jahren der Imbaness endlich aus dem Mappool entfernt. 5 Jahre hat man daran geglaubt, dass, was in Starcraft super ist, auch in W3 gut sein muss. Nun... Es war nicht gut.

Fazit:
Insgesamt gab es - vor allem hinsichtlich der extrem langen Entwicklungszeit - enttäuschend wenig Änderungen. Im Endeffekt wurden vor allem die Nachtelfen geschwächt (Dryaden & Staff) und die Humans ein bisschen gestärkt (Knights). Damit hat Blizzard endlich auf die enorme Dominanz der Nachtelfen in der Ladder und an Turnieren reagiert.

In den meisten Matchups ändert sich leider herzlich wenig. Gerade Orc vs Ud und das leidige Hu vs Ud werden sich kaum anders spielen wie bisher. Auch bei Ne vs Orc wird sich für Masstalons Spieler nichts ändern. Im Ud vs Ne nimmt es mich sehr Wunder, ob die Nachtelfen nun tatsächlich stark unterlegen sind, oder sie anfangen, ein bisschen mehr Micro zu machen und die Nerfs damit ausgleichen können.

Es gibt aber auch Matchups, die tatsächlich sinnvoll verändert wurden und zwar diese, in denen Human Towerrushes gespielt wurden, denn diese wurden mit dem langsameren Reparieren von Towers ziemlich stark geschwächt. Das kommt daher, dass die Towers sehr lange brauchen, bis sie einmal ausgebaut sind und in dieser Zeit sehr empfindlich sind, da haben sie nämlich 0 Light Armor und erhalten 200% Damage von Stichschaden. Auch in dieser Zeit werden sie nun 40% langsamer repariert, was es viel schwieriger macht, die Towers bei einem Push fertigzustellen. Für Towers die bereits in Massen stehen (etwa an einer Exe..) macht die Änderung aber keinen grossen Unterschied. Im Hu vs Orc wird man wohl vermehrt Tier 2 Exen sehen und weniger Tier 2 Towerpushes. Auch im Hu vs Ne dürfte es weniger Towerrushes geben, dafür können nun die Knights endlich ein bisschen mehr mit den Bears mithalten. Ich denke gerade in diesen beiden Matchups dürften wir künftig mehr skillbasierte Spiele sehen.

Ein weiterer Faktor sind natürlich die neuen Maps, wie diese die Balance beeinflussen kann ich bisher noch nicht sagen...

Was fehlt?
Ich persönlich hätte mich sehr über eine Änderung an den Tanks, Blademaster und Ud Castern gefreut. Während ich damit aber noch irgendwie leben kann, finde ich es äusserst schade, dass gegen die ganzen Cheater nicht vorgegangen wurde. Damit das Spiel vor allem im Mid-Skill bereich wieder an Attraktivität gewinnt, muss Blizzard hier unbedingt noch etwas tun.

Donnerstag, 10. April 2008

Artikelserie: eSportmentalität in Europa

Teil 2: Wer lebt wie vom eSport?

Wer ihn noch nicht kennt, sollte zuerst den ersten Teil lesen.

Last but not least haben auch die Lebenshaltungskosten einen grossen Einfluss darauf, ob jemand die Laufbahn eines professionellen eSportlers einschlagen will oder nicht. Hier hat ebenfalls Europa den Kürzeren gezogen, insbesondere Westeuropa. Jedes Wochenende hat jeder Warcraft 3 Spieler die Gelegenheit im Zotac Cup 100-200 Euro oder im Excello Cup 250 Euro zu gewinnen. Gelingt das einem Westeuropäer, der für seinen eigenen Lebensunterhalt aufkommen muss, ist ein solches Turnierein nettes Taschengeld, doch reicht es nicht mal für die Miete. Jemand, der in Asien wohnt, kann aber von diesem Preisgeld fast einen Monat lang leben. Damit meine Angaben auch einen hermeneutischen Zugang haben, habe ich mich an der Studie Preise und Löhne der UBS orientert. Das relative Lohnniveau in Beijing beträgt 8.1% von dem in Zürich (Zürich wurde in der Studie als 100% der Lohnauszahlungen genommen). Schaut man sich die Liste weiter an stösst man auf Shanghai (10.5%), Moskau (19.1%), Hongkong (21.4%) und Seoul (35.8%).

Jemand der also in Asien oder Osteuropa sesshaft ist, gewinnt bei eSportturnieren verhältnismässig sehr viel "mehr" als ein Westeuropäer oder Amerikaner mit derselben Leistung. Ergo macht es für Erstere mehr Sinn, viel Zeit in ein solches Spiel zu investieren, da man, sofern man gut ist, die Chance hat, weit mehr Geld zu verdienen als mit einem normalen Job. Etwa die Spieler von ieS Bly, Sonik und Fav, die vermutlich an die 50-100 Euro pro Monat vom Clan bekommen, (unbestätigte Schätzung von mir :), dürften so ein recht gutes Geschäft machen, in Kiew ist das relative Lohnniveau im Vergleich zu Zürich bei 8.4% (und auf dem Land vermutlich nochmals ziemlich viel tiefer).

Nun gibt es natürlich auch in Westeuropa eSportler die es geschafft haben für eine begrenzte Zeit vom eSport zu leben. Gerade wer in Deutschland die EPS zweimal pro Jahr gewinnt, verdient nur schon daran ordentlich viel Geld. Daneben gibt es aber national nicht wirklich grosse Beträge zu gewinnen und international reicht es nur selten und sporadisch für einen Turniersieg. Zusammen mit Siegesprämien, Clansponsoring und den Preisen für kleinere Turniere kommt man optimistisch geschätzt auf etwa 22000€ pro Jahr. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

2x EPS gewinnen = 12000€
2x 10 Siege @ EPS = 2000€
12x Sponsoringgelder à 500€ = 6000€
Kleinere Turniersiege (etwa LANS) ~ 2000€

Gibt pro Jahr insgesamt etwa 22000€

Dies dürfte auch in Deutschland reichen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Man kann wahrscheinlich keine Familie davon ernähren, aber man kommt über die Runden. Nun muss man allerdings eingestehen, dass das je für CS, Warcraft 3 (und bis anhin FIFA, die bekommen nun aber in einer neuen Liga mehr Preisgeld) maximal sieben Spieler gewinnen konnten, was verglichen mit der unglaublichen Masse an deutschen Gamern schon sehr wenige sind. Zudem ist der grösste Teil dieses jährlichen Einkommens sehr ungewiss. Denn sobald noch jemand anderer als HasuObs findet, er möchte jetzt Vollzeit Warcraft 3 spielen, wirds zwischen den beiden problematisch, da ja nur einer gewinnen kann.

Mir ist bewusst, dass es noch weitere Faktoren gibt, die ich nicht habe einfliessen lassen, weil sie sehr schwierig zu evaluieren sind. Beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit, einen guten Warcraft 3 Spieler zu haben bei einer Milliarde Chinesen weitaus grösser als bei 80 Millionen Deutschen. Diese Aussage muss ich aber auch gleich relativieren, denn von dieser Milliarde Chinesen hat nur ein kleiner Bruchteil Zugang zu einem Computer und Internet (und wenn man den Chinesen glauben will, haben auch diese Privilegierten immer grosse Lags). In Deutschland steht mittlerweile in mehr als 3 von 4 Haushalten ein Computer. In dieser Hinsicht dürfte aber auch Südkorea die optimalen Voraussetzungen haben. Dort müssen auf etwas mehr als der Fläche vo Bayern 50 Millionen Menschen wohnen. Dadurch bleibt enorm wenig Platz für Grünflächen, Parks und Sportanlagen. Weniger Platz benötigen die Internetcafes, welche an jeder Ecke stehen. Wo und wie also sollen sich die Jugendlichen also ihre Zeit vertreiben? Natürlich mit Computerspielen.

Konklusion: Ich hoffe, ich konnte eine Erklärung dafür abgeben, weswegen China und Südkorea die Warcraft 3 Turniere so stark dominieren. Es liegt nicht daran, dass sie mit mehr Skill geboren werden, sondern die Bedingungen für sie günstiger sind. Ein Westeuropäer, der mit dem Gedanken spielt, professioneller eSportler zu werden, sollte sich mit dem Gedanken anfreunden nach China oder in die Ukraine umziehen zu müssen, damit er für seinen Lebensunterhalt alleine aufkommen kann.

Doch was ist mit uns normalsterblichen eSportlern? Denjenigen, die eigentlich nur Spass am Spiel haben möchten? Ist nun der Traum vom schnellen Geld mit ein bisschen Computerspielen ausgeträumt? Müssen wir die Rollläden wieder hochkurbeln, raus an die frische Luft und uns ungesunden UV-A Strahlen aussetzen?
Der dritte und (vermutlich) letzte Teil folgt, sobald ich ihn fertig geschrieben habe!

Mittwoch, 26. März 2008

Artikelserie: eSportmentalität in Europa

Teil 1: Sind die Koreaner tatsächlich die besseren Strategen?

Immer wieder lese ich im Internet Artikel, die eben diese Aussage als Faktum betrachten. Seien dies mehr oder weniger neutrale Texte wie auf MYM oder stark übertreibende und offensichtlich falsche, wie dieser hier von GotFrag der an einer Stelle sagt "Lyn is not "everyone." He is the best of the best, as are his Korean brethren, and their presence, for better or worse, greatly reduces the chances of other players winning.". Lyn hat schon öfters verloren und abgesehen davon waren Grubby und Tod bei den Extreme Master Finals vor Lucifer. Wenn man sich allerdings die Ergebnisse von grossen Turnieren sowie die fernöstliche Beteiligung an der WC3L ansieht, kann man sich dem Gedanken, dass Asiaten und Koreaner die schlicht besseren Starcraft und Warcraft III Spieler sind, kaum erwehren. Dies schlägt sich auch in der Berichterstattung nieder. Ohne eine aufwändige Inhaltsanalyse zu erstellen, wage ich es als regelmässiger eSport Newsleser zu behaupten, dass in den Köpfen der meisten eSport Journalisten, die Asiaten über ein grösseres "Talent" für RTS besitzen bzw. eine weitaus bessere Disziplin haben, was das Training anbelangt.

Inwiefern stimmt das? Zweifelsohne haben Spieler wie Sky und Lucifer in den letzten Jahren die Turnierszene dominiert und der europäischen Konkurrenz oft keinen Podestplatz gegönnt. Doch liegt das wirklich daran, dsas sie die besseren Strategen sind? Wohl kaum. Meiner Meinung nach rentiert es im fernen Osten viel eher auf die Karte "eSport" zu setzen. Diese Gegebenheit wird von mehreren Faktoren beeinflusst, namentlich dem sozialen Umfeld, dem Angebot an Preisturnieren und den Lebenshaltungskosten kombiniert mit der Verfügbarkeit von Computern und Internet.

Zu Beginn der Karriere eines jeden eSportlers, haben diese drei Faktoren einen sehr geringen Einfluss. Am Anfang ist der Spielspass eines Warcraft 3's oder Starcraft's so hoch, dass man sich durch solche "Nebensächlichkeiten" nicht beirren lässt und problemlos fünf Stunden am Tag richtig trainieren kann. Man spielt und trainiert so gleichzeitig nur um des Hedonismus willen. Über die Jahre hinweg verliert sich der Spielspass langsam aber sicher, besonders bei ausgiebiger Nutzung bzw. intensivem Training. Einige hören dann ganz auf mit dem Spielen, andere machen eine Pause und finden ein paar Monate später wieder mehr Spass am Spiel. Wieder andere sind in der Zeit des hedonistischen Nutzens so gut geworden, dass sie einen Teil ihres Lebensunterhalts mit dem Computerspielen verdienen können. Während der Spielspass mit der Zeit abnimmt, gewinnen die genannten Faktoren an Einfluss. Dieser ist je nach Land bzw. Kontinent ganz unterschiedlich.

Beim sozialen Umfeld ist der ferne Osten klar im Vorteil. Während in Südkorea und China eSport Champions wie Popstars vergöttert werden, erntet man in unseren Breitengraden im besten Fall ein bemitleidendes Lächeln für sein Hobby und im schlimmsten Fall wird man als potentieller Massenmörder hingestellt. Was in Europa weitgehend als Zeitverschwendung betrachtet wird, ist in Asien eine sehr erstrebenswerte Profession geworden. Dadurch haben unsere asiatischen Freunde automatisch einen grossen psychologischen Vorteil, da es ihnen enorm viel leichter fallen dürfte, sich fürs Training zu motivieren. Mit zunehmendem Alter wachsen Gewissensbisse um Zeit, die man vielleicht besser in die Arbeit, Karriere und Studium investiert hätte als ins Computerspielen, bei unser einem stark an.

Dazu kommt, dass das Angebot an Preisturnieren in Warcraft 3 in Asien weitaus grösser ist. Das beeinflusst nicht nur die öffentliche Meinung über eSport (und somit den ersten Punkt), sondern gibt den Spielern in regelmässigen Abständen neue Ziele auf die sie trainieren können. Das einzige auf was es sich in der Schweiz zu trainieren "lohnt" sind die ESWC bzw. WCG Qualfikation und damit hat es sich dann auch schon. Wer dann gerade keine Zeit hat oder nicht nach San Francisco gehen will, hat gar keinen Grund zu trainieren, denn der hedonistische hat sich ja nach all den Jahren weitgehend verabschiedet, bzw. ist durch DotA (oder noch schlimmer, durch WoW) ersetzt worden. In Deutschland gibt es natürlich noch die EPS bei der man relativ viel Geld machen kann, doch das gilt auch nur für die besten 5 Spieler des Landes. Und auch hier müssen sich die Spieler die Frage stellen; "Würde ich nicht mehr Geld verdienen und einen besseren Grundstein für meine berufliche Zukunft legen, wenn ich arbeiten würde anstatt zu Zocken?". Nur für denjenigen, der die deutsche EPS zweimal pro Jahr gewinnt, rentiert es wirklich eSportler zu sein. Die Top 5 können vielleicht durch andere Turniersiege und Clansponsoring auch noch einen adäquaten Umsatz verzeichnen, aber darunter wird die Luft schnell ziemlich dünn. Derweil finden in China und Südkorea beinahe im Wochenrythmus grosse Turniere statt anhand derer sich eine wesentlich grössere Zahl von Spielern ein hübsches Sümmchen verdienen kann, welches ich aber nicht näher erörtern will bzw. kann. 2:0 für den fernen Osten.
Der zweite Teil folgt nächste Woche...

Montag, 17. März 2008

Stage-Match vs SaSe

Das Stage-Match gegen SaSe, welches von SK.Malystryx (oder so ähnlich :D) und dem SEC Moderator kommentiert wurde, kann man sich nun auch im Internet (inkl. Kommentar) anschauen.

Da der Code zum Implementieren leider nicht funktioniert ist hier der Link. Damit das Movie startet müsst ihr unten bei Play die Qualität (L, M, H) auswählen.

Donnerstag, 13. März 2008

Scrolling im Warcraft 3

Es gibt bei Warcraft 3 die unterschiedlichsten Arten zu scrollen. XLorD zum Beispiel scrollt mit der Maus am Bildschirmrand, so wie ich das auch tue. Bis vor Kurzem dachte ich, das sei auch der einzig normale Weg, wie man scrollt. An der SEC habe ich dann aber mal SaSe über die Schulter geschaut und er scrollt mit Rechtsklick. Das heisst er macht einen Rechtsklick auf den Bildschirm und wenn er die Taste gedrückt hält, kann er sich quasi durch den Bildschirm ziehen. Diese Methode wird interessanterweise bei C&C 3 sehr häufig verwendet aber, (so glaube ich zumindest) bei Warcraft 3 nicht. Dass jemand mit den Pfeiltasten scrollt, hätte ich nicht gedacht, aber scheinbar macht Thurisaz das. Ich weiss allerdings nicht genau, wie dass das funktionieren soll.. Vielleicht hat er ja drei Hände, dann würde das gut gehen, aber mit der dritten Hand würde ich dann doch viel eher... während dem Zocken... naja lassen wir das.
Mich interessiert nun wie ihr scrollt und welches die meist benutzte Variante ist (Poll).

Samstag, 8. März 2008

WCG: SEC #3

Heute habe ich gegen den Portugiesen last.phoenix von Defining Stars gespielt. Nachdem xlord gegen ihn nur 1:2 gewonnen hat (man bemerke, dass xlord die erste Map mit UD verloren hat und dann die zwei folgenden mit Human gewonnen hat) , war für mich ziemlich klar, dass mein Undead wohl ebenfalls nicht ausreichen wird, um hier zu gewinnen und ich kann dummerweise nicht Human spielen =/.

Wie immer habe ich aber die Chance, dass er ein Orc ist, der nicht weiss, wie man gegen CL/Fiends spielt, daher habe ich das mal auf Twisted Meadows versucht. Ich konnte am Anfang gut creepen und hatte sogar einen XP Folianten finden dürfen, allerdings hat er es mir dann sehr schwer gemacht, Level 3 zu erreichen. Daher musste ich dann auch einen ziemlich blöden Kampf eingehen, da ich mich nicht mit Level 3 in die Base zurückziehen konnte, als der Shadowhunter kam. Ich konnte meine Verluste allerdings in Grenzen halten und hatte seine Exe von anfang an gescoutet. Daher konnte ich dann meinen 50 Supply Go ziemlich perfekt anbringen. Er hat mich dann bei der Taverne abgefangen, wo es zum Kampf kam. Obwohl ich eine ziemlich gut Position hatte, ging der Kampf nicht zu meinem Vorteil aus. Dank seinem Micro und Healwave Level 2 hat phoenix fast keine Einheiten verloren und ich musste dann irgendwann einmal mein TP benutzen. Da war das Spiel so gut wie vorbei, da seine Exe lief und ein Wunder hätte passieren müssen, damit ich das Spiel noch hätte gewinnen können.

Auf der zweiten Map (Echo Island) habe ich mich dann für DK/Lich mit Ghouls/Fiends entschieden. Diese Combo hatte wesentlich besser funktioniert als die CL Strategie. Ich konnte am Anfang eine dezente Zahl von Grunts kicken und sogar seinen Blademaster surrounden, worauf er das TP geused hat (er hat es benutzt, das wäre aber nicht notwendig gewesen, sein BM hatte zu dem Zeitpunkt ca 72 Mana und 500 HP, daher hätte er auch auf Windrun warten können..). In diesem Moment hatte ich imho einen ziemlich grossen Vorteil. Ich habe mich dann entschieden seine Expansion zu creepen, da ich dachte, dass ich ihm genug Schaden zugefügt habe und er nicht gleich wieder auf eine Konfrontation aus ist. Leider kam aber in diesem Moment gerade sein Shadowhunter und mit diesem und seinem Blademaster hat er mich gecreepjacked und ca. 4 Ghoule gekickt, was halt schon ziemlich weh getan hat. Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen, dass es so kommt, aber ich habe wohl zu wenig Erfahrung mit dieser Strategie. Von diesem Moment an, konnte ich dann nicht mehr viel ausrichten, er hat gecreept und ich hatte aus Angst vor einem weiteren Creepjack in meiner Base auf Tier 3 und Ghoul Frenzy gewartet. Als ich dann doch meine Expansion creepen ging, wurde ich natürlich ausgerechnet wieder gecreepjacked und er hatte meine einzige Fiend gekillt, wonach meine Ghoule ziemlich alt aussahen gegen seine 4 Wyvern. Ich konnte trotzdem ein wenig Schaden anrichten und dank meinen nachfolgenden Fiends noch einige Wyvern kicken. Es war aber doch sehr schade, dass ich es nicht geschafft hatte seinen Shadownhunter mit meinen noch nicht ganz frenzy Ghoulen zu surrounden, so hätte ich eventuell das Spiel noch zu meinen Gunsten wenden können. Mein Go auf seine Expansion ist dann aber besser Verlaufen als erwartet, ich konnte ihm ziemlich viel Schaden zufügen und er musste sich zurückziehen. Leider hat auch hier der Shadowhuntersurround wieder nicht geklappt. Er kam dann aber mit viel Verstärkung und Mana zurück und gewann das Spiel. Was mir in diesem Spiel wirklich gefehlt hat, war Burrow für meine Fiends. Als er mich an meiner Expansion gecreepjacked hat, hat er als erstes meine Fiend gekickt und die zwei nachfolgenden ebenfalls. Mit Burrow wäre das sicherlich nicht so einfach passiert und ich hätte bei diesem Kampf definitiv besser abgeschnitten. Seine Expansion creepen zu wollen, war aber ebenfalls eine nicht besonders gute Idee.

Ich habe Leider die Replays noch nicht kopieren können, reiche sie aber sobald als möglich nach.

Replays: Game 1, Game 2

Freitag, 7. März 2008

WCG: SEC #2.2

Das Spiel gegen Sase auf der Bühne ist vorbei. Die erste Map war Echo Island und ich habe dort zu Beginn einfach nicht ins Spiel gefunden. Dementsprechend hat er mich stark dominiert. Trotzdem konnte ich ihn aber recht lange zurückhalten und ihm bei seinen Angriffen ebenfalls viele Einheiten töten. Seine Expansion hat das Spiel jedoch dann doch ziemlich deutlich für ihn ausgehen lassen.

Die zweite Map war Twisted Meadows. Ich hatte mich entschieden hier eine etwas ungewöhnliche Strategie zu spielen und habe sehr schnell auf Tier 3 getecht und bis dahin bloss einige Fiends gebaut. Zu dieser Strategie gehört, dass ich nicht mit einem Aco oder Ghoul scoute, sondern mir erhoffe, seine Position anhand seines Scouts zu erahnen. Das hat leider nicht funktioniert, daher bin ich mit dem DK dann in die falsche Richtung losgelaufen, was mich prompt einen Akolyten gekostet hat. Im weiteren Verlauf vom Spiel konnte ich aber meine Verluste gut kontrollieren und habe auf 50 Supply einen sehr harten Push gemacht, den ihn praktisch alle Einheiten und zwei Gebäude gekostet hat und mich lediglich einen Ghoul und ein TP. An dieser Stelle hatte ich imho sogar einen sehr grossen Vorteil. Jedoch hat mir seine Warden dann etwas später viel Kopfzerbrechen bereitet, nachdem sie mir DK und Lich quasi im Alleingang getötet hat. Das Spiel war dann wieder recht lange ziemlich ausgeglichen, wobei zum Schluss seine Level 6 Warden schlicht und ergreifend zu stark für meine UD Heroes waren.

Ich denke, wenn ich mir vor dem ersten Go einen kleinen Invulnerability Potion für meinen DK gekauft hätte, hätte ich es in seiner Base länger ausgehalten, vielleicht sogar die Warden töten und das Spiel womöglich können. Die Replays findet ihr natürlich wieder auf meiner Replay Page:

1. Map
2. Map